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Niederschläge sorgen für Verzögerung der Ernte

Die derzeitigen vielerorts erheblichen Niederschläge haben die Getreideernte auf der Zielgeraden ausgebremst. Für die Hackfrüchte wie Kartoffeln und Rüben waren die Niederschläge ein Segen, die Getreideernte dagegen kam annähernd zum Erliegen.

Nach den trockenheitsbedingten Problemen in den Vorwochen wächst jetzt täglich die Gefahr, dass das reife Getreide wegen der feuchten Witterung erheblich an Qualität verliert und die ohnehin schwachen Ertragsergebnisse nochmals negativ belastet werden. Für Futterbaubetriebe hingegen brachte der Regen etwas Entspannung.

Jedoch sind Mais und Grünland vielerorts stark geschädigt, hier können keine nennenswerten Zuwächse mehr erwartet werden. Dies erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV) in seiner 3. Erntemeldung. Witterungsbedingt steht derzeit noch auf rund 13 Prozent der Getreideflächen die Ernte auf dem Halm. Während die Wintergerste annähernd im gesamten Bundesgebiet abgeerntet wurde, stehen noch etwa 20 Prozent des Weizens auf dem Feld. Insbesondere für die süd- und südostdeutschen Landwirte ist die Ernte noch nicht beendet.

Anhand der bisherigen Ertragsschätzung wird die gesamte Erntemenge an Getreide bei ca. 40,7 Millionen Tonnen liegen. Damit liegt sie rund 11,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die anhand bisher vorliegender Daten geschätzte Zahl beinhaltet jedoch auch die Werte für bislang nicht geernteten Körnermais.

Aufgrund der Trockenheit im Juni und Juli ist zu erwarten, dass sich die Zahl noch weiter reduziert. Insgesamt ist somit die Ernte 2006 für die Landwirte enttäuschend ausgefallen. Dabei war man noch im Juni von guten bis sehr guten Ertragserwartungen ausgegangen. Die knappe Ernte spiegelt sich in diesem Jahr in höheren Preisen wider. Je nach Getreideart und Region liegen sie um 1 Euro bis zu 2 Euro über dem Vorjahr

Diese positive Entwicklung kann jedoch nicht isoliert betrachtet werden, denn gestiegene Kosten für Produktionsmittel wie Düngemittel und Diesel zehren einen Großteil der Mehrerlöse wieder auf. Trocknungskosten entstanden bisher in diesem Jahr nicht, werden aber bei der noch ausstehenden Ernte anfallen.

Autor: Deutscher Bauernverband
Rückfragen an: DBV-Pressestelle

 

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