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Erzeugerpreise entwickeln sich positiv

Born: Trendwende bei Lebensmittelpreisen einleiten

Auf die Ernte 2006 mit vielfach enttäuschenden Ergebnissen bei Getreide, Raps und Kartoffeln haben die Märkte sehr rasch reagiert. Die Erzeugerpreise zogen deutlich an, nicht nur weil die Ernten in Deutschland und Europa geringer ausfielen und die Ver-sorgung der Märkte knapper wurde, sondern auch, weil die kaufkräftigen Märkte in Asien und Amerika die Preise stabilisieren. Diese Analyse stellte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, in einem Leitartikel der Deutschen Bauern Korrespondenz (dbk) vor, die Anfang September erscheinen wird. Born forderte Ernährungswirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel auf, diese Veränderung auf den Agrarmärkten gemeinsam mit der Landwirtschaft den Verbrauchern mit größerer Nachhaltigkeit zu vermitteln. Es sei "völlig überzogen", wenn der Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie öffentlichkeitswirksam "explosionsartig gestiegene Rohstoffkosten" moniere und als Beleg ausgerechnet die Johannisbeeren- und Kartoffelpreise heranzöge. Schließlich gebe es über alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse hinweg für die Landwirte, so Born, "allenfalls einen moderaten Anstieg bzw. eine Egalisierung erheblicher Preiseinbrüche aus den Vorjahren".

In den Grundtendenzen zeigten sich die Absatzmärkte in einer robusteren Verfassung als in den Vorjahren. Dies gelte für pflanzliche Erzeugnisse wie für Produkte aus der tierischen Veredlung. Deshalb müsse es jetzt gemeinsames Anliegen von Landwirtschaft, Mühlen, Molkereien und Schlachthöfen sein, mit dem Lebensmitteleinzelhandel die Trendwende auch bei den Verbraucherpreisen zu schaffen. Die Discounterkultur des Lebensmitteleinzelhandels habe in Deutschland jahrelang völlig falsche Signale gesetzt und die Werthaltigkeit der Agrarerzeugung und der Lebensmittel untergraben. Für angemessenere Verbraucherpreise beständen laut Born gute Chancen, da die für die Landwirte erfreuliche Erzeugerpreisentwicklung auch durch den kontinuierlich steigenden Nachfrageboom der Länder des Fernen, des Nahen und Mittleren Ostens bei Nahrungsmitteln vorangetrieben werde. Die wegen des Preishochs bei Erdöl und Erdgas mittlerweile weltweit heftig angesprungene Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen und Bioenergie verstärkte die Entwicklung. Damit bestätigte die Ernte 2006, dass die seit der EU-Agrarreform 2003 noch offenen Agrarmärkte nicht nur Risiken, sondern auch Chancen böten, stellte Born fest.

Die bäuerlichen Unternehmer wären jedoch keine guten Unternehmer, wenn sie nicht mit einer gesunden Skepsis an Berichte von Börsenexperten zu drohender Rohstoffknappheit auch im Agrarbereich herangingen. Die kräftige Ausbauphase bei allen biogenen Rohstoffen und Energieträgern hätte in diesem Sommer in einigen Regionen bereits die Begrenztheit dieser neuen Absatzmöglichkeiten gezeigt. Ein teilweise bereits überzogener Boden- und Pachtmarkt und die durch die Trockenheit bedingten Schwierigkeiten, Biogasanlagen kontinuierlich zu versorgen, würden zu Vorsicht und Mäßigung mahnen. Auch sollte es zukünftig möglich sein, korrigierend einzugreifen, "wenn einmal beschlossene staatliche Fördermittel im Grunde durch die weiter gestiegenen Preise für fossile Energie und Rohstoffe obsolet geworden sind", forderte Born. Dies gelte jedoch nicht für diejenigen Betriebe, die unter den derzeit bestehenden Förderbedingungen Investitionsentscheidungen gefällt hätten. Eine solche vorsichtige Kurskorrektur trage aber zum Ausgleich innerhalb der Landwirtschaft und zur Verstetigung einer erfreulichen Absatzentwicklung bei.

Ansprechpartner: Pressestelle Deutscher Bauernverband

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