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Kartoffel

Nematoden

Resistente Kartoffelsorten haben die Eigenschaft, die Vermehrung des Kartoffelnematoden zu unterbinden bzw. zu begrenzen. Durch den Anbau resistenter Sorten wird die Verseuchungsdichte auf einem niedrigen Niveau gehalten. Hohe Verseuchungsdichten vermögen auch resistente Sorten zu schädigen. Sorten, die auf starken Befall nicht mit Ertragseinbußen reagieren, bezeichnet man als tolerant.

Als Quarantäneschädling unterliegen die beiden Kartoffelnematodenarten, Globodera rosto-chiensis und Globodera pallida, gesetzlichen Reglementierungen, in denen auch die Anforderungen, die an die Resistenz gestellt werden müssen, festgelegt sind. Danach gilt eine Kartoffelsorte als resistent, wenn bei ihrem Anbau der natürliche Rückgang, den eine Nematodenpopulation ohne Wirtspflanzen jährlich erleidet, nicht beeinträchtigt wird. Dieser Rückgang ist örtlich und im Vergleich der Jahre verschieden, er liegt zwischen 25 und 50 % pro Jahr. Bei der amtlichen Resistenzprüfung ist ein Grenzwert von 40 % festgelegt worden. Im Rahmen der beim Bundessortenamt laufenden zweijährigen Wertprüfung wird durch die Biologische Bundesanstalt die Nematodenresistenz der Sorten getestet. Dabei wird in einem standardisierten Topfversuch die Veränderung einer vorgegebenen Verseuchungsdichte unter dem Einfluss der zu prüfenden Sorten ermittelt. Für jeden Pathotyp bzw. jede Virulenzgruppe werden dabei als Repräsentanten ausgewählte Nematodenpopulationen eingesetzt. Resistent gegen einen bestimmten Pathotyp ist eine Sorte dann, wenn im Durchschnitt der Prüfserien ein Vermehrungsindex (pf: pi-Wert) < 0,6 (40 % Rückgang) errechnet wird, wobei die in der Prüfung mitlaufenden anfälligen Standardsorten auf einen Vermehrungsindex von 25 eingestellt werden. Für Resistenz gegen G. pallida wurde der Resistenzbereich um die sogenannte "Teilresistenz" erweitert. Dieser Begriff umfasst Sorten, deren pf : pi-Wert-Durchschnitt zwischen 0,6 und 1,2 liegt.

Die Angaben zu Kartoffelkrebs und Nematodenresistenz stehen in Verbindung mit der Verordnung zur Neuregelung pflanzenschutzrechtlicher Vorschriften zur Bekämpfung von Schadorganismen der Kartoffel vom 05. Juni 2001. Die Sorten werden mit Angabe ihrer Resistenzen außerdem im Blatt für Sortenwesen, im Bundesanzeiger und im Nachrichtenblatt des Deutschen Pflanzenschutzdienstes veröffentlicht.

Quelle: Bundessortenamt - Hannover